Thursday, October 28, 2010

Ich bekomme dein Bestes

Auf einer verrückten Art und Weise bist du für mich da. Und obwohl ich dich nicht immer anfassen kann, spüre ich deine Präsenz bei allem was ich mache. Bedingt und beschränkt, aber du suchst dir einen Weg, es mich wissen zu lassen, du bist ganz in meiner Nähe. Ich brauche es mir nur wünschen und du gibst mir das, was du für mich übrig hast.


Wenn wir beim Prinzip der Freiwilligkeit bleiben, können wir davon ausgehen, dass das was du mir ganz freiwillig gibst, ganz ohne Druck, ohne Machenschaften und kleine Intrigen, ganz ohne fremden Antrieb, dein Bestes für mich ist. Alles andere wäre nur verwässert, wäre also verdünnt und wäre vor allem nicht das, was du selbst ganz persönlich und freiwillig mir geben wolltes. Es wäre auf jeden Fall nicht dein persönliches Maximum. Und es wäre damit auch nicht dein schönstes Geschenk für mich!


In unserer Beziehung gibst du mir nur das was du willst und kannst. Du gibst mir also dein ganz persönliches Maximum und das ist genau das, was du für mich übrig hast. Du gibst mir dein Bestes! Und auf dein Bestes, auf dein Maximum kann ich mich verlassen. Das ist das Einzige, was ich beständig und bedingungslos von dir bekommen habe, bekomme und immer bekommen werde. Für alles andere müsste ich sehr hart kämpfen, sogar Kriege führen. Aber auf Dauer macht dieser Kampf einfach nur müde und erniedrigt mich. Im Grunde zuviel Aufwand für ein schlechtes und am Ende nicht zufriedenstellendes Ergebnis. Diesen Kampf können wir nur verlieren.


Mittlerweile weiß ich, mehr ist dir nicht möglich zu geben. Vielleicht willst du mir auch nicht weniger geben. Das weißt und bestimmst nur du. Ganz egal was auch immer passiert, mir bleibt am Ende dein Maximum, dein Bestes, übrig. Nicht mehr und nicht weniger. Und sollte es nicht passen, liegt es auch an mir, Entscheidungen zu treffen: Will ich vielleicht doch nicht dein Maximum? Darf ich das dann bei dir suchen?

Sunday, May 18, 2008

Wenn Ängste wahr werden

So naiv wie ich bin, habe ich immer gedacht, die schlimmsten Ängste können nicht wahr werden. Sie können nicht, sie dürfen nicht. Sie dienen ausschließlich dazu, dass man gedanklich an seine Grenzen kommt, sie stellen das Extrem dar, das man sich im Kopf zusammen spinnt. Und seit einigen Wochen weiß ich, dass sie es tun. Die schlimmsten Ängste werden auch wahr! Auf ein mal steckt man in seinen schlimmsten Albtraum fest und findet keinen Ausweg. There is no way out!

Mein ganz persönlicher Albtraum: Ein einziger Fehler, eine kleine Unaufmerksamkeit, eine kleine Selbstsucht - und schon ist es passiert! Ab dann ist es egal was du machst, denn du hast die Situation nicht mehr unter Kontrolle - das Schicksal nimmt seinen Lauf. Du kannst nichts mehr richtig machen, es ist eh alles falsch. Und alles hat Folgen. Schlimme Folgen, fatale Folgen. Der Fehler, die Fehlentscheidung ziehen auch noch weitere, größere, noch schlimmere Folgen nach sich und das nimmt kein Ende. Dir wird ganz schnell bewußt, dass es zur Katastrophe kommen wird. Du siehst dich auf deine ganz persönliche Katastrophe zusteuern und du wirst erkennen müssen, dass du sie nicht mehr aufhalten kannst. Du kannst nur zugucken! Du bist quasi gezwungen, der eigenen Katastrophe zuzugucken, dem eigenen Untergang beizuwohnen. Und du bist unfähig irgendetwas daran zu ändern, geschweige denn, sie zu verhindern!

Was tun? Du willst schließlich nicht untätig da sitzen, du kannst schließlich nicht nur zusehen, wie deine eigene Welt in kleinen Stücken zusammenbricht, wie das, wovor du am meisten Angst hattest, vor deinen Augen langsam aber sicher wahr wird! Du willst aus deinem Albtraum raus, du willst am liebsten weglaufen, dem Ganzen ein Ende setzen... Du wünschst dir, in deine kleine scheinbar heile Welt wieder aufzuwachen und dein scheinbar normales Leben wieder aufzunehmen und weiterzuführen... Und du wirst bitter erkennen müssen, dass das nicht geht. Dass es so nicht funktioniert.
Die Frage ist nur, wie kommst du denn aus dem Albtraum wieder raus? Das sich zwicken und wachrütteln, um aufzuwachen, funktioniert nicht mehr. Du bist ja schließlich hell wach. Meine bisherige Erfahrung: Es aushalten, so schlimm dir alles auch vorkommt. Sich ganz bewußt dem Albtraum stellen und nicht mehr die Augen davor verschließen. Den Gang zum Hänker gehen, so sehr du auch Angst davor hast. Und ganz wichtig: Ohne Selbstmitleid! Du steckst ja nicht ohne Grund drin fest, dir passiert das Ganze ja auch nicht von ungefähr. Du wirst ganz bestimmt deinen Teil dazu beigetragen haben, deine Fehler gemacht haben. Und jetzt ist die Zeit der Konfrontation gekommen. Wir sollen ja aus solchen Situationen lernen, unsere Fehler verstehen und sie bei der nächsten Gelegenheit nicht mehr machen.

Das würde aber bedeuten, dass unsere schlimmsten Albträume Sinn machen und dass sie dazu noch einen pädagogischen Effekt haben. Womöglich tun sie das auch. Womöglich macht alles Elend und Leid, das wir im laufe des Lebens durchmachen einen Sinn. Den erkennen nur die Wenigsten von uns. Er ist nur den Leuten vorbehalten, die das große Glück haben, sich selbst zu kennen, zu sich gefunden zu haben. Und das erst dann, wenn sie all ihre Albträume überstanden haben, wenn sie das Schlimmste hinter sich gebracht haben. Womöglich sind diese Situationen auch eine Chance für diejenigen, die das nur über Umwege schaffen können. Alles ist möglich!

Sunday, March 30, 2008

Wenn Gefühle im Spiel sind

Wenn ein Fehler einmal passiert, dann ist es menschlich. Wenn der gleiche Fehler nochmal passiert, dann ist es ja irgendwo noch verständlich. Wenn er aber immer wieder passiert, dann hat man nichts dazu gelernt :-) Wenn bei mir Gefühle im Spiel sind, dann gelten sowieso andere Regeln. Ganz komische, eigenwillige Regeln. Dann unterwirft sich mein ganzes Verhalten dieser Dynamik und ich kann es nicht ändern, steuern, es ist fast so, als ob ich meinen kompletten Verstand irgendwo abgeben würde...

Und zur Zeit sind bei mir Gefühle im Spiel! Viele Gefühle. Heftige Gefühle. Eine Liebesgeschichte, die keine Liebesgeschichte ist. Es ist pures Verlangen, Leidenschaft, Lust im Spiel... und gleichzeitig doch Vertrautheit, Nähe, Zuneigung, tiefere Gefühle, neben ihm aufwachen wollen und der ganze Kram. Die Heftigkeit haut mich um, hab sowas noch nie vorher erlebt. Diese ganz einfache Liebesgeschichte, so anders als alles andere bisher, so anders als alles wovon kleine Prinzessinnen träumen. So nüchtern, ganz ohne den großen Knall, ganz ohne die großen Gefühle, ganz ohne die Sterne vom Himmel. Im Hier und Jetzt findet sie statt, tut so gut, gibt so viel. Auch diese Liebesgeschichte, die eigentlich keine ist und die Frage nach der Zukunft nicht duldet, macht Angst. Und die Angst bringt das Chaos im Spiel und das Chaos die Verwirrung. Und dann sucht man nach Orientierung, nach Halt, nach Werten, die es nicht gibt, die einem nicht gesetzt werden. Hab gefunden, was ich im Augenblick gesucht hab und hab es wieder verloren. Wie geht man aber damit um, wenn man erstens gefunden hat, was man gesucht hat und zweitens, wenn man es dann verliert? Alles trifft einen ohne Vorwarnung, ohne Gebrauchsanweisung, irgendwann ist es einfach da oder eben weg. Beides ist so unsagbar kompliziert, so anfällig für Brüche und Fehler. So endgültig weg, so leer.

Anderes Thema: Die Zukunftsangst, die so groß ist, dass ich den Verstand verlieren könnte. Ob es der Uni-Abschluß ist oder die Torschluss-Panik weil ich 29 geworden bin. Der Countdown läuft, so oder so. Die Magisterarbeit muss geschrieben werden. Hab mir zwar ein tolles Thema ausgesucht, aber gleichzeitig ist diese Arbeit für mich ein Schritt näher an die große Ungewissheit. Wie soll ich damit anfangen, wenn sie meine Ängste wahr werden lässt? Wie soll ich mit Leib und Seele dabei sein, wenn es mir Angst macht? Wahrscheinlich einfach mal machen und mich meinen Ängsten stellen. Großes Mädchen sein und der Angst die Stirn bieten. Mir wahrscheinlich sagen, ok ich bin bereit für diese ungewisse Zukunft, für den möglichen Abgrund. Alles mit Fassung tragen. Wieder mal total nüchtern sein, ohne Gefühle, ohne große Leidenschaft.

Über kurz oder lang muss ich für jemanden etwas machen, was überhaupt nicht schön sein wird, was mein schlimmstes Erlebnis werden wird, was mich und meinen Geist brechen wird, was aus Vernünftsgründen aber gemacht werden muss, weil es keinen anderen Ausweg geben wird. Weil alles so unsagbar kompliziert ist, weil alles auf der Kippe sein wird. Entweder wird es gut gehen oder es wird ganz schlimm enden, mit gravierenden Folgen. Und ausgerechnet ich werde es tun müssen, ich werde über den richtigen Augenblick entscheiden müssen und werde ein Leben lang mit diesen Folgen leben müssen. Ich muss beobachten, ich muss bis es soweit ist mit dem Bewußtsein leben, dass ich diejenige sein werde, die das alles tun muss. Und auch hier muss ich nüchtern handeln, so ganz ohne Gefühle und die Vernunft walten lassen.

Viele verschiedene Gefühle, großes Chaos, einfach alles ein bisschen zu viel. Gefühle zulassen, haben, dann sie aber ausschalten versuchen und vernünftig, nüchtern oder was auch immer handeln müssen. Wie geht denn das? Das alles macht mich ganz kirre im Kopf, ganz unausgeglichen und total komisch. Als ob ich nicht so schon komisch genug wäre... :-)

Thursday, March 27, 2008

Wann ist viel genug und wann ist viel zuviel

Es ist gar nicht so einfach, das richtige Maß zu finden. Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich.

Triffst jemanden und denkst dir, er ist es, er ist genau das was du brauchst. Denkst dir, dass es passt, dass es richtig ist, weil es sich verdammt richtig anfühlt. Du hast viel zu geben, du hast sogar viel zu viel. Und du gibst, weil du dir denkst, er verdient es, er braucht es, es wird ihm gut tun... Fatal: Dass du so viel gibst tut ihm aber nicht gut, es erdrückt ihn, es ist ihm zuviel. Er sagt es aber nicht, er macht es nicht rechtzeitig klar bis es zu spät ist. Bis es platzt. Und trotz Wohlwollen lässt dich dein Geben wie ein Schwerverbrecher aussehen, wie jemand, der kein Feingefühl hat, der selbstsüchtig ist. Ganz schön hart.

Doch woher das Maß erkennen? Wann war es genug und wann wurde es zuviel? Wo und wann hast du die Grenze überschritten? Wenn du keine Parameter hast, wenn du keine Maßstäbe erkennst.

Sunday, March 23, 2008

Schreiben öffnet die Seele

Der Titel ist der Hammer! Das ist der beste Satz, den ich seit langem gehört habe. Vor allem ist er sehr zutreffend für die Sorte Menschen, die sonst keinen Weg finden, ihre Gefühle auszudrücken. Und ich bin so jemand. Wer mich kennt, weiß allerdings, dass ich viel rede und erzähle, sehr oft auch viel zu viel... :-) Richtige Tiefgänge zu den Abgründen meiner Seele lande ich allerdings nur beim Schreiben. Das Schreiben bietet mir den Schlüssel zu mir selbst, einen Zugang zu meinen Gefühlen, es öffnet im wahrsten Sinne des Wortes meine Seele!

Ich habe mir ja diesen Titel auch nicht selber ausgedacht. Ich schaffe es nicht, so Vieles so präzise und zutreffend auszudrücken :-) Ich habe ihn mir von einem guten Freund geliehen, der mir vor einiger Zeit sehr schöne Briefe geschrieben hat und mir dadurch einen Einblick in seine Seele gewährt hat. Dieser Freund ist selbst der Hammer, ich bin selten so einem wunderbaren Menschen, einer so guten Seele, begegnet! An dieser Stelle - danke dir mein lieber Freund für diesen Gedanken!

Um es mit den Worten der Söhne Mannheims zu sagen: „... Sag ein kleines Stückchen Wahrheit und sieh wie die Wüste lebt. Schaff ein kleines Stückchen Klarheit. Sieh wie sich der Schleier hebt. Eine Wüste aus Beton und Asphalt. Doch sie lebt und öffnet einen Spalt. Der dir Neues zeigt, zeigt das Altes weicht. Auch dann, wenn dein Schmerz bis an den Himmel reicht“ ... „In unserer Sanduhr fällt das letzte Korn. Ich habe gewonnen und ebenso verloren. Aber missen möchte ich nichts. Es bleibt unser gedanklicher Besitz. Eine bleibende Erinnerung, zwischen Tag und Nacht legt sich die Dämmerung“... Ein wunderschönes Lied!